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Hundgestützte Pädagogik an der GS Jübek

Einsatz des Schulhundes“Ernie“

Hundegestützte Pädagogik meint den Einsatz von speziell ausgebildeten Hunden im Unterricht. Die ebenfalls für den Hundeeinsatz ausgebildete Lehrkraft nutzt Chancen, die durch die positive Wirkung des Hundes entstehen. Faktoren wie Schullust und Schulzufriedenheit, Stressreduktion, Steigerung der Emphatiefähigkeit  oder Beziehungsaufbau zeigen einen Ausschnitt der positiven Auswirkungen auf alle an Schule Beteiligte. Hunde tragen zu einer angstfreien Atmosphäre ebenso bei wie eine vertrauensvolle SchülerIn-LehrerIn-Beziehung, alles Voraussetzungen für gelingendes Lernen. Der Einsatz eines „Schulhundes“ meint neben dem Einsatz in einer Klasse auch, dass er in der Schule präsent ist und das Schulleben bereichert, also eine weitere Facette des Schullebens ist.


Einverständnis:

Vor dem Einsatz des Schulhundes wurde ein Einverständnis ermittelt bei der Schulleitung, dem Kollegium sowie dem Schulträger und der Schulaufsicht. Beschlüsse der Lehrerkonferenz, der Schulkonferenz sowie eine Einverständniserklärung aller Erziehungsberechtigten der Schulkinder wurden eingeholt. Alle an Schule Beteiligte wurden anschließend informiert, sodass der Einsatz mit dem Schuljahr 2016/17 startete.


Wichtige Grundvoraussetzungen:

Um die Signale des Hundes zu erkennen und die vielfältigen Situationen in der Schule zu meistern, müssen sowohl der Hund als auch die Lehrkraft gezielt ausgebildet sein, um die spezifischen Faktoren von Schule zu berücksichtigen. Da nicht jeder Hund für den Einsatz eines Schulhundes geeignet ist, sollte er auf seine Eignung vor dem Einsatz getestet und schrittweise an seine Aufgaben herangeführt werden. Ein vorwiegend menschenorientiertes Wesen - aggressionsfrei, belastbar, freudig und freundlich - gut sozialisiert und ausgebildet - darf zeitlich nicht überfordert werden. Die Grundsätze des Tierschutzes müssen Berücksichtigung finden.


Im Rahmen der Selbstverpflichtung wird der Schulhund regelmäßig geimpft, entwurmt und tierärztlich untersucht. Regeln zum Umgang mit dem Hund werden vor dem ersten Besuch erarbeitet und in Form eines Plakats sichtbar gemacht.


Grundsätzlich bilden Hund und Halter ein Team. Der Einsatz des Schulhundes ist immer an den Halter gekoppelt, er wird weder „verliehen“, noch werden Schüler mit dem Hund allein gelassen. Der Schulhund verbringt die Pausen über bei dem Halter oder auf seinem Ruheplatz (Käfig im Büro) und wird nur vom Halter von diesem abgerufen.
 

Umgang mit Allergien

Mit der Einverständniserklärung wird gleichzeitig abgefragt, ob eine Allergie beim Kind besteht. Sollte dies der Fall sein, wird direkt Kontakt mit den Erziehungsberechtigten hergestellt und individuelle Absprachen schriftlich festgehalten. Ein „Probekuscheln“ unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten sollte ermöglicht werden, denn nicht jedes Kind mit Hundehaarallergie reagiert auf jeden Hund allergisch. Die  Verantwortung und Entscheidung liegt allein bei den Erziehungsberechtigten.
 

Versicherung:

Neben dem Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung wird der Zusatz „Einsatz als Schulhund“ der Versicherungsgesellschaft mitgeteilt und schriftlich festgehalten.
 

Schulhund „Ernie“

Ernie, ein blonder Labradorrüde (*30.04.2016) befindet sich seit Juli 2016 mit seiner Besitzerin S. Korus  in der Ausbildung zum Therapiebegleithund an der „Akademie für Tiergestützte Therapie“ in Kiel-Elmschenhagen. Im Vorfeld wurde ein Wesenstest durchgeführt. Im Alter von 10 Wochen fand die erste Begegnung mit Schule statt. Langsam wurde der Welpe an Geräusche, Gerüche, Gebäude und Untergründe herangeführt. In den Sommerferien erkundete er Räume und wurde an seinen Ruheplatz gewöhnt. Ab September begleitet er seine Halterin täglich zur Arbeit und nimmt an ausgewählten Stunden am Unterricht teil, in denen er je nach Ausbildungsstand eingesetzt wird.

 

Finden Sie hier ein paar Bilder von Ernie.


Therapiebegleithund-Zertifikat

Im Januar 2018 hat das Team „Ernie-Frau Korus“ erfolgreich alle drei Bereiche der Prüfung (schriftlich, mündlich, praktisch) bestanden. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von zwei Jahren und kann anschließend verlängert werden.


Literatur:

Lydia Agsten: HuPäsch. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2009 , www.therapiebegleithunde-ausbildung.de